1. Fall - Bremsversagen

Ausschnitt : Die Fahrt zur Unfallstelle

Die beiden Richtungsfahrbahnen trennte eine Mauer aus Beton. Wir befanden uns auf der B224 Richtung Stadtmitte, ich wählte die linke der beiden Spuren. Das Blaulicht hatten wir hinaus aufs Dach das zivilen 3er-BMW gestellt und die Sirene eingeschaltet. Im vierten Gang und mit siebzig Stundenkilometern trieb ich den BMW der e46-Baureihe die gut zehnprozentige Steigung des Bredeneyer Berges hinauf.
Der Unfall, der Romina und mich interessierte, war ganz oben passiert, allerdings auf der entgegengesetzten Fahrbahn. Die Kollegen hatten uns verständigt, weil bei dem Unfall eine Unregelmäßigkeit aufgetaucht war, die für die zivilen Fahnder interessant sein könnte.
Romina Cervic, die erst seit zwei Wochen mit mir zusammen arbeitete, sah gedankenverloren aus dem Beifahrerfenster nach draußen. Die Dunkelheit vertrieb langsam den Tag, was mit Sicherheit auch die tief hängenden Wolken begünstigten. Romina, 34 Jahre alt und allein erziehende Mutter, war etwa 170cm groß und schlank. Sie hatte braune Augen und dunkle, lockige, schulterlange Haare. Bekleidet war die Kollegin mit einer dunkelblauen Jeans und schwarzer Daunenjacke, die allerdings komplett geöffnet war.
Flackerndes Blaulicht verriet, dass wir uns der Unfallstelle näherten. Ich drosselte das Tempo ein wenig und setzte den Blinker. Der Unfall war bei einer Ampel passiert, und ich wollte den BMW in der angrenzenden Seitenstraße abstellen.



© Christian Günther

aus dem Roman Böses Erwachen